ERFAHRUNGSBERICHTE UND INTERVIEWS

Müllentsorgung – Erfahrungen aus Blaustein

Text: Michaela Meier | Foto (Header): © mitifoto – stock.adobe.com

Nicht nur am Straßenrand ist weggeworfener Abfall zu finden. Auch in Parks werden Verpackungen einfach liegengelassen oder sogar Hausmüll über öffentliche Abfalleimer entsorgt. Das ist leider kein Einzelfall.

Auszug aus:

der bauhofLeiter
Ausgabe April 2018
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Herr Reisch, wer übernimmt bei Ihnen in Blaustein die Entsorgung des Hausmülls?

Die Entsorgung von Hausmüll, also die Müllabfuhr, macht bei uns ein externer Dienstleister, ein professioneller Entsorger.

Wie viele Containerstandorte für Altpapier- und Altglas haben Sie in Blaustein?

Wir haben 16 Containerstandorte, 117 Papierkörbe und 32 Hundekotstationen und einen Recyclinghof.

Wer kümmert sich um die Leerung der Container?

Die Container werden ebenfalls durch einen Entsorger geleert.

Die wilden Müllablagerungen an den Containerstandorten, die Papierkörbe und die Hundekotstationen werden durch einen gemeinnützigen Dienstleister, der überwiegend mit Menschen mit einem Handicap arbeitet (Inklusions-Projekt), bewirtschaftet.

Wie zufrieden sind Sie mit ihren externen Dienstleistern?

Wir sind mit der Qualität als auch der Zuverlässigkeit sehr zufrieden.

Welche Aufgaben übernehmen Sie und Ihre Mitarbeiter?

Welche Aufgaben übernehmen Sie und Ihre Mitarbeiter?

In beiden Bereichen, welche völlig differenziert voneinander zu betrachten sind, bemerken wir eine sehr starke Zunahme.

Littering ist die zunehmende Unsitte, Abfälle im öffentlichen Raum achtlos wegzuwerfen oder liegenzulassen, ohne die dafür vorgesehenen Abfalleimer oder Papierkörbe zu benutzen. Die Beseitigung hier ist sehr zeitintensiv, da große Flächen betroffen sind.

In vielen Kommunen entsorgen Bürger ihren Hausmüll öffentlich. Kennen Sie das auch in Blaustein?

Auch dies ist eine seit Jahren zunehmende Unsitte. Bei uns wird der Hausmüll durch die Müllabfuhr gewogen und den Bürgern nach Gewicht in Rechnung gestellt. Dies animiert breite Schichten der Bevölkerung zu sparen, indem sie ihren Hausmüll in unseren Papierkörben entsorgen. Mittlerweile ist über 90 % des Inhalts der Papierkörbe Hausmüll.

Eine tolle Arbeit für Ihre Mitarbeiter.

Wir haben in den Papierkörben als auch in den Hundekotstationen Säcke mit Zugband, somit ist die Entnahme des Mülls wesentlich einfacher und der Müll ist gleich in einem verschlossenen und dichten Sack, was eben auch für die Mitarbeiter hygienischer ist.

Wie wird denn damit umgegangen?

Eine strafrechtliche Verfolgung ist meistens nicht machbar, da es schwierig ist, den Verursachern dies zu beweisen. Desweiteren bewegen sich die Bußgelder dafür lediglich zwischen 20,00 Euro und 80,00 Euro.

Wieviel Müll fällt in Blaustein bei Ihrer Flächenreinigung an?

Wöchentlich handelt es sich um 9 m³ aus Papierkörben, Hundekotstationen, Littering und wilder Ablagerung.

Was entsorgen die Bürger vor allem auf öffentlichen Flächen?

Alles.

Aktuell ist ja das Thema „Plastik“ groß in den Medien – wäre es eine Möglichkeit, ein allgemeines Stadtprojekt ins Leben zu rufen, um die Bürger zu sensibilisieren, Müll zu sparen?

Blaustein ist Fairtrade-Stadt, wir haben eine Impulsgruppe regional – fair – nachhaltig gegründet und haben bereits 2013 damit begonnen, das Thema Nachhaltigkeit in der Kommune voranzutreiben.

Herzlichen Dank, Herr Reisch, für den Einblick in Ihren Bauhof!

Der Autor

Michaela Meier

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