Ausgabe Dezember 2025
AUSZUG AUS DEM INHALT:
NACHRICHTEN UND AKTUELLES
Vergaberecht: Ab Januar mehr ausschreiben
Alle zwei Jahre prüft die EU-Kommission die Schwellenwerte für EU-weite Vergabefahren und passt sie nach Bedarf an. So auch dieses Jahr: Ab dem 1. Januar 2026 gelten niedrigere Werte. Die Folge: Kommunen müssen öfter ausschreiben als bisher.
Bauhofleiter-Praxistag 2025: Aller guten Dinge sind drei
Dieses Jahr waren wir mit unseren Praxistagen zu Gast in Uslar (Niedersachsen), Lemberg (Rheinland-Pfalz) und Ammerndorf (Bayern). Beim Fachvortrag am Vormittag, begleitet von Produktausstellern, und der Betriebsbesichtigung am Nachmittag trafen sich insgesamt rund 50 Kolleginnen und Kollegen.
Kommunale: Viel zu sehen!
Im Oktober war es wieder an der Zeit, sich auf der Kommunale in Nürnberg zu präsentieren. Sicherlich war unser Stand in Halle 8 nicht der größte und auffälligste. Aber wir hatten bestimmt die besten Besucher.
SCHWERPUNKT: BWL AM BAUHOF
Kosten- und Leistungsrechnung am Bauhof: Effektives Werkzeug oder Arbeitsbeschaffung?
Um einen umfassenden Blick auf Ausgaben, Leistungen und damit einhergehend die Effizienz von Abläufen zu haben, empfiehlt sich als Instrument die Kosten- und Leistungsrechnung. Dr.-Ing. Tobias Wilms stellt dar, wie diese ablaufen kann und wo die Unterschiede der einzelnen Varianten liegen.
Praxisbeispiel: Leistungsverrechnung in Menden
Im sauerländischen Menden erfüllt der Mendener Baubetrieb die typischen Aufgaben, die mit Bauhöfen verbunden werden. Die Verantwortlichkeiten liegen bei den jeweiligen Fachämtern, die konkreten Kosten werden genau aufgeteilt. Wenn die Ressourcen erschöpft sind, wird fremdvergeben. Dieses „Hausherrenmodell“ hat jedoch auch Nachteile.
HAFTUNG UND RECHT
Arbeitsrecht: „Im Arbeitsverhältnis ist es ein bisschen wie in einer Beziehung“
Dr. Markus Cordt beschäftigt sich als Rechtsanwalt viel mit Arbeitsrecht. Mit uns sprach er über Arbeits- und Ruhezeiten, Arbeitszeitbetrug und Urlaubsansprüche. Und er erzählte, warum er auch als Jurist der Meinung ist, dass man nicht bei jedem Detail auf sein Recht pochen sollte.
Kommunale Unternehmensformen: Zwischen Regiebetrieb und Privatrecht
Die möglichen Rechts- und Organisationsformen von kommunalen Unternehmen sind vielfältig und unterscheiden sich teils stark. Wo genau liegen diese Unterschiede und wann lohnt sich welche Form? Gunnar Schwarting, früherer Geschäftsführer des Städtetags in Mainz, klärt auf.
MEIN TEAM UND ICH
Mitarbeiterführung: Vom Babyboomer zur Gen Z – und mittendrin der Bauhofleiter
Über 60 % der Beschäftigten gehören heute zu den Generationen Y oder Z – Tendenz steigend. Sie bringen neue Erwartungen an Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit mit. Gleichzeitig halten erfahrene Kolleginnen und Kollegen an bewährten Abläufen fest. Für Führungskräfte entsteht daraus eine echte Herausforderung – und eine große Chance.
Kommunikation am Bauhof: Wie kompetent sind Sie?
Gute und klare Kommunikation am Bauhof ist kein Selbstzweck, sondern dient immer dem Miteinander und den Aufgaben. Aber was gehört eigentlich zu einer guten und klaren Kommunikation? Detlev Niemann hat verschiedene Kompetenzen herausgearbeitet, die aus Sicht von verschiedenen Bauhofleitern besonders wichtig dafür sind. Hier stellt er sie vor.
ARBEITSSICHERHEIT
Geräte und Anlagen prüfen: Pflichten, Fristen, Nachweise
Auf welche Weise betriebliche Geräte und Anlagen geprüft werden müssen, ist genau vorgeschrieben. Wir stellen in mehreren Artikeln vor, worauf die Verantwortlichen zu achten haben und was für bestimmte Geräte gilt. Den Anfang macht ein Beitrag, der sich mit den W-Fragen beschäftigt: was, wann, wer, wie?
Pflege von Arbeitskleidung: Gut geschützt und mit positiver Außenwirkung
Immer passend angezogen: Robuste Kleidung, die gewisse Schutzfunktionen erfüllt, ist im Bauhofbetrieb unverzichtbar und wird auch von Außenstehenden wahrgenommen. Doch wer ist verantwortlich für die Pflege und wie lässt sich diese am besten organisieren? Ein Blick auf rechtliche Grundlagen, bewährte Praxislösungen und die Rolle externer Dienstleister.
TIPPS UND INFOS
Wahlplakate: Bauhöfe im Wahlkampf
Nach der Wahl ist vor der Wahl: Ob kommunal, auf Landesebene oder direkt deutschlandweit – jedes Jahr sind Millionen von Einwohnern dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Immer involviert: der Bauhof. Dabei hat er besonders mit den Wahlplakaten zu tun. Was ist erlaubt – und was nicht?
Bauhöfe und Gartenschauen: Ein Startpunkt, kein Schlusspunkt
Im April 2026 öffnen sich im thüringischen Leinefelde-Worbis die Tore zur Landesgartenschau. Unter dem Motto „Aussöhnung zwischen Stadt und Landschaft“ entstehen dort neue Grünflächen. Das betrifft natürlich auch den dortigen Bauhof. Wir haben uns umgehört, wie Bauhöfe und Gartenschauen zusammengehören.
ERFAHRUNGSBERICHTE UND INTERVIEWS
Moderne Ausstattung: Die Zukunft fest im Blick
Synergien schaffen, Ressourcen nutzen, strategisch planen: Die Ausstattung auf modernen Bauhöfen ist zukunftsorientiert. Nur so ist es möglich, langfristig effektiv zu arbeiten. Wie das gelingt, zeigen zwei Beispiele aus Sachsen-Anhalt und Bayern. Sie setzen auf Individualität.
Moderne Ausstattung: Moderner Bau mit neuen Möglichkeiten
Seit August 2025 hat Rommerskirchen in Nordrhein-Westfalen einen neuen Bauhof. Warum der Neubau notwendig war und für welche Ausstattung sich die Gemeinde entschieden hat, erzählte Bürgermeister Dr. Martin Mertens im persönlichen Gespräch.
4. Deutsche Schneepflugmeisterschaft: „Highway Chaoten“ im Unimog
Schneepflugfahren bei Sonnenschein und Sommerhitze – klingt komisch, hat aber einen ernsten Hintergrund: Bei Schneepflugmeisterschaften üben die Fahrer für die Arbeit im Winterdienst. Am 20. September wurde der Deutsche Meister ermittelt, als Außenseiter gingen die amtierenden Bayerischen Meister aus Vilshofen an den Start. Den Titel holte jedoch ein Team aus Hessen.
Gammelfleisch. Checkst du?
Liebe Leserinnen und Leser,
das erste offizielle Jugendwort des Jahres war „Gammelfleischparty“, ein Begriff für eine Ü-30-Party. Das war 2008. Meine Töchter haben es auf einer langen Autofahrt gegoogelt. Sie erklärten mir auch, was „Schere“, „goonen“ oder „das crazy“ bedeuten. Sie sind Generation Z.
Meine Generation wurde in Anlehnung an den Bestseller von Florian Illies als „Generation Golf“ betitelt, allgemein hat sich Generation X durchgesetzt. Und die nachfolgenden dann Y, Z, Alpha und mittlerweile Beta. Ich finde das nicht nur interessant, sondern vor allem hilfreich. Weil es einen Unterschied macht.
Als Führungskraft gelingt es mir nicht immer, mit den verschiedenen Vor- und Einstellungen klarzukommen. Mir hat man mit 19 gesagt, ich sei eine Niete. Ich bin meinen Weg trotzdem gegangen. Diesen Biss vermisse ich manchmal bei jungen Menschen. Und obwohl ich wirklich viel Glück mit meinen Redakteuren habe, prallen auch mal Welten aufeinander – Missverständnisse oder Unverständnis sind die Folge.
Dennoch bin ich stolz auf meine Geburtstagstasse „Lieblings-Chefin“. Häufig gelingt es mir eben doch, unterschiedliche Generationen unter einen Hut zu bekommen. Mit der konsequenten Einstellung, den anderen verstehen zu wollen. Den Beitrag von Kirstin Vogel auf Seite 22 zu Generationen lege ich Ihnen deshalb sehr ans Herz.
Für Ihre Treue sage ich am Ende dieses Jahres, auch im Namen von Matthias Ziegler (Redakteur und Millennial), ganz herzlich Danke. Wir sind bereits fleißig in der Planung der neuen Ausgaben. Und auch Kirstin Vogel plant. Sie ist die Referentin unserer bauhofLeiter-Führungstage zum Thema „Klartext reden – aber richtig!“ im März. Es würde uns freuen, Sie dort begrüßen zu dürfen, egal ob Gen X, Z oder Babyboomer.
Ihre
Sonja Mayer mit Matthias Ziegler und Team