Ausgabe Juni 2026
AUSZUG AUS DEM INHALT:
AKTUELLES
Zukunftsweisende Technik auf der IFAT 2026 vorgestellt
Elektrifizierung, KI und mehr Sicherheit: Die IFAT in München zeigte, wie Hersteller Bauhöfe fit für die Zukunft machen. Von leisen E‑Fahrzeugen über autonome Kehrtechnik bis zur intelligenten Abfallkontrolle standen praxisnahe Lösungen für mehr Effizienz, Nachhaltigkeit und gesünderes Arbeiten im Fokus.
Der Sprit sitzt mit am Planungstisch
Wenn der Dieselpreis steigt, gerät nicht nur die Tankrechnung in Bewegung. Der Kraftstoff wird zunehmend zur strategischen Haushaltsfrage. Im Interview erklärt Betriebsleiter Marco Weiß, wo eigene Tankanlagen Spielraum verschaffen – und warum die aktuellen Preissprünge dennoch nicht vollständig aufzufangen sind.
Ohne Pflegekonzept besser gar nicht erst Bäume pflanzen
Die Deutschen Baumpflegetage zeigten, wie stark sich Fachwissen, Vernetzung und Praxis in der modernen Baumpflege weiterentwickeln. Fachvorträge, Diskussionen und Vorführungen griffen verschiedenste Themen auf – mit klarer Botschaft: Wer Bäume pflanzt, muss ihre fachgerechte Pflege von Anfang an mitdenken.
SCHWERPUNKT
Zwischen rechtlicher Verpflichtung und kommunaler Gestaltung
Steigende Erwartungen, knappe Mittel, begrenztes Personal: Es ist eine große Herausforderung, Sauberkeit und Sicherheit im öffentlichen Raum zuverlässig zu gewährleisten. Entscheidend ist daher nicht nur, welche Aufgaben wichtig sind, sondern wie sie mit den verfügbaren Ressourcen sinnvoll priorisiert und gesteuert werden können.
Humor statt Zeigefinger
Wortwitz und flapsige Sprüche machen das Thema Umweltbewusstsein nahbar. In Berlin säubern Fahrzeuge namens „Kehrrari” oder „Räumschiff” die Straßen, bei Veranstaltungen ist Papierkorb-Roboter Reiner als sympathischer Botschafter der Stadtreinigung unterwegs. In Essen ist die Stadtreinigung Teil des Rosenmontagszugs und nimmt ihren Auftrag bei allem Spaß doch ernst. Andere Städte erzielen mit Humor, sprechenden Mülleimern und manchmal auch mit einem Kalauer Wirkung.
HAFTUNG UND RECHT
Unfallanzeige ohne Stolperfalle
Unfallanzeigen liefern relevante Informationen für die Feststellung von Arbeitsunfällen und die schnelle Hilfe durch Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Im Gespräch erläutern Christian Grunwaldt, Martin Küppers und Stephan Wegner ihre Sichtweise und praktischen Hinweise aus der gesetzlichen Unfallversicherung.
MEIN TEAM UND ICH
Schwierige Situationen souverän meistern
Wie Sie junge Mitarbeitende verstehen, Klarheit schaffen und Eskalationen vermeiden: Im dritten und letzten Teil unserer Serie geht es darum, Konflikte mit Auszubildenden frühzeitig zu erkennen, richtig einzuordnen und konstruktiv zu lösen.
ARBEITSSICHERHEIT
Im Kampf gegen tausende Königinnen und Millionen Arbeiter
Die aus dem Mittelmeergebiet stammende Ameisenart Tapinoma Magnum (Große Drüsenameise) bildet riesige Superkolonien und bedroht zunehmend Gebäude und Infrastruktur in Baden-Württemberg und anderen Regionen Deutschlands.
FAHRZEUGE UND MASCHINEN
Eigen-Marketing und Nutzen stiften
Bauhofleiter leisten viel – oft mit großer Bedeutung für die Kommune. Im ersten Teil der Beitragsreihe zeigt Johann Detlev Niemann, Referent des Lehrgangs zur Bauhofleitung, wie Führungskräfte im Bauhof durch gezieltes Eigen-Marketing, ein professionelles Auftreten und nachvollziehbare Nutzenargumente ihre Sichtbarkeit erhöhen und ihre Anliegen erfolgreich vertreten können.
Wo ist eigentlich die Motorsäge?
Viele Bauhöfe verwalten ihr Inventar mit Excel-Tabellen oder einfachen Listen. Doch wer wissen will, wo sich Geräte befinden, wann Prüfungen anstehen oder welche Kosten entstehen, braucht mehr als eine Bestandsübersicht. Christian Linne, Abteilungsleiter der Kreisstadt Bergheim, erklärt, warum digitales Lagermanagement zum Schlüssel für Wirtschaftlichkeit und Effizienz werden kann – und weshalb die Einführung gut vorbereitet sein muss.
„Pi mal Auge“ reicht nicht
Spielplatzunfälle will niemand. Die einschlägigen Vorschriften setzen deshalb auf regelmäßige und detaillierte Kontrollen. Den Einstieg dabei bildet die Visuelle Routine Inspektion, sie soll je nach Nutzung täglich bis wöchentlich stattfinden.
ERFAHRUNGSBERICHTE UND INTERVIEWS
Spielplatzpflege: Ölwechsel oder Getriebeschaden?
Spielplätze sollen sicher, langlebig und möglichst pflegearm sein. Doch in vielen Kommunen wird noch zu kurzfristig geplant, sagt Christian Veit. Im Interview erklärt er, warum der günstigste Spielplatz oft nicht der wirtschaftlichste ist, welche Rolle Bauhöfe beim Lebenszyklusmanagement spielen und weshalb der Fallschutz häufig unterschätzt wird.
Nie Feierabend?
„Unsere Jungs und Mädels in Orange“ – einerseits ist es in wohl jeder Gemeinde gewollt, dass Beschäftigte des örtlichen Bauhofs in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen und ihre Aufgaben wertgeschätzt werden. Wenn Bürger jedoch erwarten, dass sie immer für sie da sind, ist eine Grenze überschritten. Was es z. B. konkret bedeuten und wie damit umgegangen werden kann, zeigt ein Blick nach Menden im Sauerland.
Bauhofblick. Bauhof im Blick.
Liebe Leserinnen und Leser,
es ist noch gar nicht so lange her, dass ich in der Redaktion von „der bauhofLeiter“ anfangen durfte. Genau genommen ist die Juni-Ausgabe nun meine vierte Ausgabe, an der ich mitwirke. Und je mehr ich mich mit Ihren Aufgaben beschäftige, je mehr ich darüber nachdenke, was Sie interessiert und Ihnen weiterhelfen könnte, desto stärker wird auch außerhalb des Büros mein Blick für Ihre Arbeit geschärft.
Im Februar, wenn ich morgens um 6 Uhr über bereits geräumte Straßen gefahren bin, habe ich mich gefragt, wie früh Sie wohl schon unterwegs gewesen sein müssen. Und als ich Anfang Mai in Hamburg im Urlaub war, lag der Text „Humor statt Zeigefinger“ bereits bearbeitungsbereit auf meinem Schreibtisch. Meine Freunde schauten nicht schlecht, als ich ihnen erklärte, dass ich diesen besonders ansprechenden Mülleimer unbedingt noch fotografieren müsse – wer weiß schließlich, ob ich das Bild nicht für die nächste Ausgabe gebrauchen könnte.
Statt die Arbeit Arbeit sein zu lassen und direkt ins Boot auf die Alster zu steigen, ratterte im Hinterkopf also doch noch einiges weiter – man ist wohl nie so richtig im Feierabend. Mir fällt es schwer, mich von der Arbeit zu distanzieren und ich muss eigentlich nur den Laptop schließen – wie ist es dann erst bei Ihnen?
Und wenn ich mir jetzt noch vorstelle, dass mir mein Nachbar an einem Sonntagnachmittag beim Grillen erklärt, die Schaukel auf dem Spielplatz sei mal wieder defekt und ich müsse das am besten heute noch dringend reparieren, dann würde ich ihm vermutlich gern den Vogel zeigen. Das geht natürlich nicht. Auf die Arbeitszeiten verweisen aber schon. Was Beschäftigte tun können, wenn Arbeitszeit und Freizeit in der Kommune allzu sehr verschwimmen, lesen Sie ab Seite 50.
Das Foto möchte ich Ihnen jedenfalls nicht vorenthalten – sonst wäre es wohl nie in dieser Ausgabe gelandet.
Herzliche Grüße
Nadine Weiß
Redaktion „der bauhofLeiter“